(1.6) Beim Chilchhöfli

Unter der vorderen Schmiedenmatt, kurz nach der Abzweigung gegen Herbetswil und dem Horngraben, gibt es ein ebenes Bödeli.

Diesem sagt man das Chilchhöfli.

Das Land gehört zur vorderen Schmiedenmatt, liegt aber auf Solothurner Boden, in der Gemeinde Herbetswil.

Die alten Leute aus den Bergdörfern erzählten, dass man hier, als in früheren Zeiten der „schwarze Tod“ umgegangen sei, einen Pest-Friedhof angelegt habe.

Es wurde den Bergdörfern auf regierungsrätlichen Beschluss verboten, ihre an der Pest Verstorbenen wegen der Ansteckungsgefahr auf den Kilchhöfen  zu bestatten.

Für Farnern, Rumisberg und Wolfisberg war somit der Friedhof von Oberbipp gesperrt. Es hiess, dass man ganz abseits einen Pestfriedhof anlegen müsse. So hob man denn auf der Schmiedenmatt eine Grube aus und bestreute sie mit ungelöschtem Kalk.

Dort wurden dann in bösen Zeiten die Toten begraben.

Deswegen heisst dieses Bödeli noch heute das Chilchhöfli.

Quelle: „Flueblüemli und Aarechisle“, Elisbath Pfluger, Solothurn

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