(E.2) Lauch – ein eigenartiger Flurname

Das nicht mit der gleichlautenden Pflanzenbezeichnung zu verwechselnde Wort «Lauch» ist urverwandt mit «Loch und Lücke»; es meint damit eine Lücke oder Kerbe in einem Grat als Bergübergang oder auch eine andere Kerbe im Gelände; das heisst, einen Gelände-Einschnitt oder eine Schlucht.

Es scheint sich dabei um ein vor allem am Jurasüdfuss erhaltenes sprachliches Relikt zu handeln. Die Forschungsstellen für Namenskunde in Bern verzeichnen diese Namen in den Gemeinden Attiswil, Farnern, Rumisberg, Wolfisberg und im Kanton Solothurn in den Orten Olten, Oberbuchsiten und Hägendorf.

Diese Übergänge werden höchstens noch von Jägern oder ortskundigen, trittsicheren Personen begangen, da die Pfade durch steiles, zerklüftetes und unzugängliches Gebiet führen; es ist deshalb ratsam, die Durchgänge nicht zu begehen! Heute sind den meisten Einwohnern diese Stellen und die entsprechenden Namen nicht mehr bekannt.

Flurnamen
Attiswil:
Grosser Lauch (1) | Kleiner Lauch (2)

Farnern:
Chalchofe-Lauch (Kalkvorkommen) (3) | Ängi-Lauch (Engnis) (4) | Ampeisse-Lauch (Ameisenlauf) (5)

Rumisberg:
Heide-Lauch (Heidengras) (6) | Söi-Lauch (Wildschweinwechsel) (7) | Breiti-Lauch (Breite Lücke) (8) | Loch-Lauch (Durchgang zur Hinteregg) (9) | Holz-Lauch (Durchlass zur Holzbeförderung) (10) | Hühnerweih-Lauch (Bussard-Vorkommen «Weihen») (11) | Rote-Lauch (Rotes Gestein mit Eisen) (12) | Wasser-Lauch (Erlibach, Dorfbach Oberbipp) (13)

Wolfisberg:
Bäre-Lauch (Bärlauch oder Bärenvorkommen) (14)

Karte der Flurnamen

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