(F.4) Erratische Blöcke im Bipperamt

Als zeugen der Eiszeiten finden sich vereinzelt kristalline Gesteine am Jürasüdfuss. Diese Tatsache haben wahrscheinlich schon unsere Vorfahren dazu bewogen, die Gesteinsbrocken, welche sich in Härte und Farbe vom Jurakalk klar unterschieden als Bausteine zu benutzen. 1923 hat der Geologe Karl Wiedenmayer im Gebiet oberhalb der Waldenalp (Gemeinde Niederbipp) auf 940m.ü.M. zwei Findlinge kartiert, die heute nicht mehr auffindbar sind.

2002 entdeckte ein aufmerksamer Wanderer (A. Krähenbühl) an einem Weganschnitt – 60 Meter oberhalb dem Fundort der damaligen Gesteine – einen andersartigen Steinbrocken. Nähere Untersuchungen liessen auf einen Gangquarzblock mit einer Umrahmung aus Glimmerschiefer schliessen. Etliche Jahre später wurde etwas weiter oben im Wald zufällig ein Quarzit entdeckt (Ch. Gygax). Dieser Findling ist wahrscheinlich durch den Waldwegbau vom ursprünglichen Standort hinuntergerollt. Speziell erscheint, dass sich dieser Brocken auf der Talseite «als Jurakalk tarnt» und erst beim zweiten Hinschauen als Fremdling erkannt wird.

Da die Gletscher während der letzten Vergletscherung (vor 30’000 – 15’000 Jahren) diese Standorthöhe auf zirka 1’000m.ü.M. nicht erreichten, müssen die beiden Findlinge einer älteren, ausgedehnteren Vereisungsphase im Alpenvorland zugeordnet werden, wie sie z.B. während der Beringen-Eiszeit stattfand (früher Riss-Eiszeit genannt; zweitletzte Eiszeit vor 180’000 – 130’000 Jahren).

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