(1.10) Der Buchmattschatz

Grosses Verlangen und Lust auf den Buchmattschatz zeigten die alten Rumisberger und Wolfisberger in früheren Zeiten. Jedoch konnte niemand genau sagen, wer diesen Schatz versteckt hat und noch weniger konnte man erfahren, wo man ihn überhaupt suchen müsste.

Mit den Jahren wurde immer mehr vermutet und behauptet. Aber trotz allem Grübeln und hin und her Rätseln wurde dieser Schatz nicht gefunden.

Es kursierten verschiedene Geschichten:

Wolfisberger behaupteten, irgendwo auf den Flühen beim Hellchöpfli könnte man ihn finden. Ein Geist müsse den Schatz hüten, wäre aber glücklich, wenn ihn jemand holen und ihn damit erlösen würde.

Dieser Geist wäre aber nur zwischen Weihnachten und Dreikönigstag anzutreffen. In der Geisterstunde müsste er mit den drei höchsten Namen angesprochen und gefragt werden: „Wie kann man der armen Seele helfen?“. Mit dieser Frage wäre der Buchmattgeist erlöst und der Schatz freigelegt, man könnte ihn nur noch nach Hause tragen.

In der Randfluh, in Stinis Lauch, gibt es eine Höhle, in welcher die Burschen der drei Bergdörfer schon oft nach dem Schatz gesucht haben. Sie liessen sich abseilen, fanden nur Tropfsteine aber keinen Goldschatz.

Andere vermuteten, der Goldschatz sei im Umkreis des Sennhauses vergraben; nur wenig tief unter dem Boden, im Schnittpunkt von drei alten Buchen. Schon viele haben dort gelocht. Aber man sollte eben ohne Absicht daherkommen und einfach darauf stossen – sonst ist alles vergebene Liebesmühe.

Quelle: „Flueblüemli und Aarechisle“, Elisabeth Pfluger, Solothurn

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