(3.8) Gips und Salz

Gold und Silber kommen in unsern Juraböden kaum irgendwo vor. Hingegen gibt es weniger kostbare Bodenschätze, nämlich Gips (früher Jips genannt) und Salz.

Dem ganzen Berg nach zieht sich auf einer gewissen Höhe eine Gipsader durch. In Günsberg und Rumisberg wurden diese Adern angestochen und ausgebeutet. In der Schoren ob Rumisberg gab es eine verarbeitende Gipsfabrikation, eine Gipsmühle, welche im Jahre 1963 stillgelegt wurde.

In der Lucheren, zwischen Rumisberg und Farnern gelegen, gibt es im Boden ein grosses Salzlager. Ungefähr 1850 wollte man dieses nutzen, dafür wurde ein tiefes Bohrloch gegraben und schon bald stiess man auf ein grosses Salzvorkommen.

Davon hörten die „Salzkönige“ von Rheinfelden; diese Tatsache passte ihnen nicht in den Kram – man wollte die alleinigen Salz-Lieferanten bleiben. Es wurden Spione ausgeschickt; die Rumisberger wunderten sich, dass Fremde auftauchten, herumfragten und die Gegend um die Lucheren aufsuchten (Werkspionage sagt man heute).

Als dann eines Morgens die Arbeiter in der Lucheren zum Dienst antreten wollten, war das Bohrloch eingefallen, alles war zugeschüttet. Der Bohrer in der Tiefe und die Leitern waren unter dem Schutt begraben.

Dieses war nicht von selbst geschehen – dies war Menschenwerk!

Man vermutete dabei die Leute aus dem Fricktal, die den Bernern die Ausbeute nicht gegönnt hatten. Die Täter waren aber verschwunden, beweisen konnte man ihnen nichts.

Die Rumisberger verspürten daraufhin wenig Lust, nochmals von vorne zu beginnen; auch von der Berner Regierung war keine Hilfe zu erwarten.

Darum ist das Salzlager in der Lucheren heute noch im Boden.

Quelle: „Flueblüemli und Aarechisle“, Elisabeth Pfluger, Solothurn

--single